DEUTSCHLAND - TüRKEI
Aktuelle Wahl: EM-Qualifikation
Wohin damit? Werden sich die Fans der Deutschen Nationalmannschaft gedacht haben und kurbelten am Autofenster. Überall in der Stadt hatten sich riesige Deutschlandfähnchenhaufen gebildet. Die EM war vorbei. Wir hatten verloren.
Das Finale war von uns für uns und die anderen in ein Zelt hinein gebeamt worden. Das Zelt spendete Schatten. Schatten für uns, das Bier und das anfänglich kaum sichtbare Fernsehbild. Die Sonne schien so hell. Es sollte der zweite Sommermärchensommer werden.
Das Finale begann mit Luftballongebilden, die die EM tanzten und sich selbst fliegen ließen. Solche Bilder verschwinden in die Bereiche des Gehirn, auf die man instinktiv nie wieder zugreift. Massentänze vor sportlichen Großveranstaltungen sind für Choreografen eine Herausforderung, bisher hat sie noch keiner gemeistert.
Beim Anblick der tanzenden Einkaufstasche mit dem Fra-Aufdruck musste ich weinen. Vor der Autoren-EM-Auslosung hatte ich mir Frankreich gewünscht, aber mir wurde Spanien zugelost. Ich sollte für Spanien schreiben.
Also schrieb ich. Um nicht aufzufallen, trug ich die drei deutschen Streifen im Nacken, mein Notizbuch hielt ich unterm Sitz versteckt.
In meiner geduckten Haltung konnte ich das Spiel kaum erkennen und musste mich auf's Gehör verlassen. Ein Bildausfall hätte mich diesmal nicht erschüttert.
"Wenn Senna der Schlüssel ist, könnte Ballack das Schlüsselloch sein."
"Die Leichtigkeit des Beins."
"Das Spiel der Deutschen kommt ihnen zu Pass." Zu Europass?
"Lahm mit Anlauf."
"Torres Tor."
Mich selbst hörte ich: "Der Frings, der Depp!" rufen.
"Es wird schwierig, die Spanier in die Knie zu bringen, äh zu zwingen, äh zu schlagen."
Das gesprochene Wort scheint der Schwachpunkt des deutschen Fernsehfußballs zu sein. Die anderen leisten gute Arbeit. Unzählige Kameraleute fangen alles ein, die Bildregie spielt's in Superslomo wieder raus. Die ferngesteuerte Kamera wird zum Spielzeug. Es arbeitet die Generation Joystick.
Nur die Richtung des Balls ist im 2-D-Bild nicht immer erkennbar. Man muss auf die Reaktion des Torwarts achten.
Dort vor Ort sieht er mehr als wir hier.
In einen Nebel hineinprojiziert, entstünde vielleicht ein 3-D-Bild. Im Tor hätte ich gesessen und mich gemeinsam mit Lehmann nach dem Ball geworfen.
"Die Spanier haben verdient gewonnen." "Wir müssen die hohe Qualität der Spanier anerkennen." "Wir danken den deutschen Fans." "Danke, Jogi Löw." "Danke, Monika Lierhaus."
Danke.
Wir bedankten uns bei uns für den Beamer, das Zelt und den Grill.
Dieser und weitere Texte wurden während der EM 2008 von mir (Marion Pfaus) als Vertreterin Spaniens (Ich bin Europameister!) für dieses Buch, erschienen bei Voland&Quist, verfasst.

Hier wird die deutsche Fußball Nationalmannschaft der Herren demokratisch gewählt.
Das Wahlergebnis hat keine Auswirkung auf die DFB-Aufstellung. Die macht Jogi Löw.
Wahlberechtigt ist jeder unabhängig von Alter und Nationalität. Man kann auch mehrmals wählen.
Die Kandidaten erfüllen folgende Voraussetzungen: es sind Profifußballer mit deutscher Staatsangehörigkeit und mit ausreichender Reputation, oder es sind sehr junge Spieler, die bereits in den U-Nationalmannschaften gespielt haben. Ausnahmen von dieser Regel sind jederzeit möglich. Anträge für Kandidaten bitte an die Wahlkommission (info@wahll1.de). Spieler, die ihre Karriere beenden, werden in der Kandidatenliste deaktiviert, d.h. bereits abgegebenen Stimmen bleiben stehen, aber es können keine mehr dazu kommen. Neue aufstrebende Talente werden der Liste hinzugefügt und können ab sofort gewählt werden.
Ist ein Spieler verletzt, wird er mit einem Kreuz in der Kandidatenliste markiert. Gewählt werden kann er trotzdem. Bei wahl11 ist es möglich, nur verletzte Spieler aufzustellen.
Die aktuelle Wahl läuft immer bis eine halbe Stunde vor Anpfiff des betreffenden Länderspiels. Dann wird das amtliche Wahlergebnis auf der entsprechenden Wahlparty bekannt gegeben und ausgewertet.
Mit dem Anpfiff des aktuellen Länderspiels starten die Neuwahlen fürs nächste angesetzte Spiel.
Die Wahl läuft wie folgt ab: Die Erststimme geht ans Spielsystem. Nach der Entscheidung für’s Spielsystem steht dieses als Grafik zur Verfügung. Mittels dieser Grafik werden nun 11 weitere Stimmen vergeben. Auf jede angezeigte Spielposition wird ein Spieler gewählt, indem man den gewünschten Kandidaten per drag&drop auf seine Position zieht. Jede Stimmabgabe kann vor dem Abstimmen beliebig oft korrigiert werden. Vorm Abstimmen wird noch nach dem Lieblingsverein gefragt und man kann für das anstehende Länderspiel einen Spieltipp abgeben. Und fertig ist die persönliche Aufstellung.
Aktuelle Hochrechnung oder Wahlergebnis. Zentral auf der Startseite wird das am häufigsten gewählte Spielsystem mit den Spielern präsentiert, die auf den angezeigten Positionen die meisten Stimmen erhalten haben.
Zu den gewählten 11 Spielern gibt’s noch 7 Ersatzspieler. Die Ersatzbank ergibt sich rein rechnerisch. Sie kann nicht gewählt werden. Das ganze ist ein schier undurchschaubares Gerechne mit Wahlstimmen in Kombination mit dem am häufigsten gewählten Spielsystem. Es kann sogar vorkommen, dass Spieler absolut viel mehr Stimmen haben als die Ersatzspieler, dafür wurden diese Ersatzspieler auch ins aktuell hochgerechnete Spielsystem gewählt. Macht euch kein' Kopp, die Rechnung stimmt.
Erhalten zwei Spieler auf der gleichen Position gleich viele Stimmen, bekommt der Spieler den Platz, der schon öfter auf dieser Position gespielt hat. Erhält ein Spieler auf zwei Positionen gleich viele Stimmen, dann wird er auf die Position gesetzt, auf der er schon öfter gespielt hat.
Die Spieler Top 11. Dort werden die Spieler gelistet, die absolut die meisten Stimmen bekommenen haben, unabhängig von Spielsystem und Spielposition, und über alle Wahlperioden hinweg.
Sämtliche Wahlergebnisse werden statistisch ausgewertet und archiviert.